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Auto News


Motorrad Superbike-WM 2012, Nürburgring: Ein Tag zum Vergessen für BMW Motorrad

Motorsport


Superbike-WM 2012, Nürburgring: Ein Tag zum Vergessen für BMW Motorrad

Das Team BMW Motorrad Motorsport erlebte bei seinem Heimspiel auf dem Nürburgring (GER) die harte Seite des Rennsports. Die beiden Werksfahrer Marco Melandri (ITA) und Leon Haslam (GBR) waren einmal mehr auf dem Weg zu starken Ergebnissen, doch heute hatte sich das Rennglück gegen sie verschworen. Melandri stürzte in beiden Rennen. Haslam, der immer noch unter starken Schmerzen in seiner verletzten linken Schulter leidet, kämpfte sich im 1. Lauf tapfer zu Rang 7, stürzte jedoch im 2. Rennen ebenfalls. Das Team ist zwar enttäuscht, blickt jedoch bereits nach vorn und ist entschlossen, sich in 2 Wochen in Portimão (POR) mit weiteren Erfolgen zurückzumelden. Dort wird die vorletzte Runde der FIM Superbike-Weltmeisterschaft 2012 ausgetragen.

Marco verlor zu Beginn des 1. Rennens 2 Positionen, doch hatte sich bald auf seinen ursprünglichen 3. Platz zurückgekämpft. In den folgenden Runden lag er dicht hinter dem Führenden Max Biaggi (ITA) und Tom Sykes (GBR). Sein Kampf um die Spitze endete jedoch in Runde 6, als er eingangs der 8. Kurve die Kontrolle über sein Vorderrad verlor und stürzte. Leon, der von Platz 12 aus ins Rennen ging, biss die Zähne bis zur Zielflagge zusammen. Er lag zwischenzeitlich auf dem 5. Rang, doch in der Schlussphase fehlte ihm die Kraft, um weiter anzugreifen. Er beendete das Rennen als Siebter. In der 1. Hälfte des 2. Rennens schien es, als sei das Team in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Marco hatte sich bereits nach einigen Kurven auf den 2. Platz verbessert und übernahm in Runde 8 die Führung. Doch in der 9. Runde rutschte ihm plötzlich das Vorderrad weg, und er stürzte. Leon machte zu Rennbeginn gleich 4 Plätze gut. Nachdem er wegen eines kleinen Fehlers auf Rang 9 zurückgefallen war, kämpfte er sich wieder nach vorn. Doch nur eine Runde nach Marco stürzte auch er. Leon wurde in die Clinica Mobile gebracht. Dort ergaben die ersten Untersuchungen, dass er sich glücklicherweise keine schweren Verletzungen zugezogen hat.

In der Fahrerwertung ist Marco mit 308,5 Punkten Zweiter, 9,5 Punkte hinter Spitzenreiter Max Biaggi. Leon ist mit 189 Punkten Siebter. In der Herstellerwertung liegt BMW mit 377 Punkten auf dem 2. Rang, 7,5 Zähler hinter Aprilia. Die Sieger hießen heute Max Biaggi und Chaz Davies (GBR). Ayrton Badovini (ITA) vom BMW Motorrad Italia GoldBet SBK Team beendete beide Rennen auf Rang 9, sein Teamkollege Michel Fabrizio (ITA) schied in beiden Läufen vorzeitig aus.

Im Rennen des FIM Superstock 1000 Cups standen zwei RR Fahrer auf dem Podium. Sylvain Barrier (FRA) vom BMW Motorrad Italia GoldBet STK Team sicherte sich seinen 4. Saisonsieg. Der junge Deutsche Markus Reiterberger vom Team Alpha Racing feierte bei seinem Heimspiel als Dritter seinen ersten Podiumsplatz in der Serie.

Leon Haslam:

  • Rennen 1: 7., Abstand zu P1: 00:27.017 min / Schnellste Rennrunde: 1:56.188 min
  • Rennen 2: DNF / Schnellste Rennrunde: 1:56.402 min

"Im 1. Rennen lief es wirklich schlecht. Ich hatte das Gefühl, dass ich schnell genug war, um mit Eugene Laverty und Chaz Davies mitzuhalten. Zunächst hatte ich etwas mit der Front des Motorrads zu kämpfen, und es war recht schwierig, die anderen zu überholen. Doch ab der Mitte des Rennens bekam ich bei den Richtungswechseln große Probleme, und in den letzten 6 oder 7 Runden hatte ich keinerlei Kraft mehr. Meine Rundenzeiten sind in den Bereich von hohen 59ern und 2 Minuten gestiegen, während ich gestern bei einer Rennsimulation immer 56er-Zeiten gefahren bin. Es war wirklich enttäuschend, denn ein Podiumsplatz war in greifbarer Nähe, doch mit der Verletzung und ohne Kraft in der Schulter konnte ich nichts ausrichten.

Im 2. Rennen habe ich mich recht wohl gefühlt. Ich kämpfte mit Eugene und Leon Camier, die am Ende die Plätze 2 und 3 belegten. Ein paar Runden vor meinem Sturz machte ich einen Fehler und fiel hinter die Ducatis zurück. Doch ich konnte sie wieder überholen und auf Camier aufschließen. Doch dann verlor ich einfach die Kontrolle über das Vorderrad. Zuvor war ich nie gerutscht, es ist nur in dieser Runde passiert, und es ging ziemlich schnell. Es war seltsam. Im ersten Rennen sind einige Fahrer auf diese Weise gestürzt, im zweiten Rennen ist es Marco und mir so ergangen. Normalerweise stürzt man, wenn man bremst, aber dieses Mal war es anders. Ich habe mir keine neuen schwereren Verletzungen zugezogen, nur viele blaue Flecke. Ich bin wieder auf die angeschlagene Schulter gestürzt, und ich habe mich am Ellbogen und am Finger leicht verletzt, aber es ist nichts Größeres. Ich bin froh, dass ich jetzt zwei Wochen Pause habe. Dann werden wir daran arbeiten, dorthin zurückzukehren, wo wir hingehören. Heute haben wir trotz meiner Verletzungen von Startplatz 12 aus um Platz 2 oder 3 gekämpft. Von daher kann ich eigentlich nicht unzufrieden sein. Aber ich bin einfach wegen des Sturzes enttäuscht."

Marco Melandri:

  • Rennen 1: DNF / Schnellste Rennrunde: 1:55.421 min
  • Rennen 2: DNF / Schnellste Rennrunde: 1:56.281 min

"Heute musste ich zum ersten Mal zwei Nullnummern verzeichnen. Es waren zwei unterschiedliche Rennen, die jedoch gleich endeten. Es tut mir sehr leid für das Team, das so hart arbeitet. Im 1. Rennen hatte mein Hinterreifen nicht genug Haftung, und ich verlor viel Zeit auf die Jungs vor mir. Deshalb habe ich versucht, sie in den Bremszonen einzuholen. Ich habe jedes Mal sehr spät und stark gebremst, aber in Kurve 8 kam ich auf eine Bodenwelle und habe die Kontrolle über das Vorderrad verloren. Was die Ursache für meinen Sturz im zweiten Rennen war, weiß ich noch nicht. Ich war auf der Geraden, und das Vorderrad rutschte weg. Das war seltsam. Nun werde ich meine Batterien aufladen und in Portugal wieder angreifen."

Bernhard Gobmeier (BMW Motorrad Motorsport Direktor):

"Es war ein Tag zum Vergessen. Das Wochenende als solches lief eigentlich gut. Wir haben große Fortschritte gemacht, und die Motorräder waren gut für die Rennen vorbereitet. Die Fahrer haben sich auf den RRs wohl gefühlt, und wir haben auch gezeigt, dass wir sowohl in den Rennen als auch in der Qualifikation vom Tempo her gut dabei waren. Aber es war eben ein Tag, an dem wir einfach vom Rennpech verfolgt waren. Dafür können weder die Fahrer noch das Team etwas. Vielen Dank an die gesamte Mannschaft, die auch an diesem Wochenende so hart gearbeitet hat. Marco hätte zwei weitere Toppositionen holen können, doch es sollte heute nicht sein. Hut ab auch vor Leon, der trotz seiner Verletzung so hart gekämpft hat. Nun freuen wir uns auf Portimão. Es stehen noch vier Rennen aus, bei denen insgesamt 100 Punkte vergeben werden. Wir konzentrieren uns jetzt auf die nächsten Rennen und werden auch dort wieder unser Bestes geben."


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