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Info Shell vermeldet positive Ressonanz auf das Tankwart-Projekt

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Shell vermeldet positive Ressonanz auf das Tankwart-Projekt

Der Tankwart kehrt nach Deutschland zurück und die Autofahrer freut es offenbar: Ein knappes halbes Jahr nach dem Start des Projektes warten inzwischen an 141 Tankstellen des Shell-Konzerns wieder Tankwarte auf die Autofahrer.

Nach Angaben des Chefs des Shell-Tankstellengeschäfts, Istvan Kapitany, ist an diesen Stationen der Absatz von Kraftstoff, Schmiermitteln und anderen Produkten zum Teil mit zweistelligen Prozentzahlen gestiegen. "Wir haben Erfolg", sagte Kapitany am Montag.

Bis Jahresende sollen 700 der rund 2.250 Shell-Stationen wieder mit Bedienung aufwarten können. Kapitany rechnet nach eigenen Angaben damit, dass langfristig noch mehr Pächter das Modell übernehmen.

"Bei mir läuft das super", stellte etwa Holger Spethmann fest, der in Hamburg vier Shell-Stationen betreibt, drei davon mit Tankwarten, und fügt hinzu: "Es ist ein Plusgeschäft." Er bestätigt den gestiegenen Absatz: "Beim Frostschutzmittel verkaufe ich zehn Mal so viel wie vorher". Grund: Der Tankwart prüft bei Bedarf auch das Kühlwasser und bietet falls nötig Frostschutzmittel an.

Die Kunden sind zufrieden, sagte Spethmann: "Es kommen sogar Leute mit ihren Geschäftswagen und zahlen den Kostenbeitrag von einen Euro aus der eigenen Tasche." Das bestätigt die Beobachtung von Shell-Manager Kapitany: "Ein Euro für gute Leistungen - das ist für unsere Kunden kein Thema."

Shell hatte die Wiedereinführung des Tankwarts im Februar angekündigt. Die Profis in roten Uniformen betanken auf Wunsch die Fahrzeuge, putzen Scheiben, prüfen Wasser und Öl und erledigen auch Kleinreparaturen. Als Gegenleistung wird von den bedienten Kunden die Zahlung von einem Euro erwartet. Allerdings ist das freiwillig. "75 Prozent der Kunden zahlen dafür", sagte Kapitany. Der neue Service ist Teil des Vorhabens von Shell, den deutschen Marktführer Aral zu überrunden.

Shell spricht mit den neuen Service nach eigenen Angaben vor allem Frauen und ältere Autofahrer an. "Für viele Kunden ist es kein Spaß, das Auto zu betanken und die Scheiben zu putzen", sagte Kapitany. Der Konzern erhoffte sich treuere Kunden und auch zusätzlichen Umsatz, etwa durch den Verkauf von mehr Motoröl oder höherwertigen Sprit.

Laut Kapitany ist der Absatz von Schmierstoffen an den Tankwart-Stationen im Schnitt um 22 Prozent gestiegen, der Verkauf von Zusätzen für Scheibenwasser um 24 Prozent und der Kraftstoffabsatz um 0,8 Prozent.

Rund 1.000 neue Jobs

Und der neue Service schafft Jobs: Bis zu 1.000 neue Stellen hat der Konzern zunächst anvisiert, alles reguläre Arbeitsverhältnisse an den Tankstellen. Der Verdienst liegt nach AP-Informationen bei etwa brutto 1.500 bis 1.800 Euro, dazu kommt Trinkgeld, das viele Kunden zusätzlich zu dem Euro Betankungsgebühr geben.

Bei Spethmann ist Ahmet Yalciner einer der Tankwarte. Der 23-Jährige ist nach einer Ausbildung zum Industriemechaniker an die Tankstelle gegangen und fühlt sich dort wohl: "Ich mache meine Arbeit gerne." Langfristig peilt der junge Mann eine eigene Tankstelle an: "Mein Ziel ist der Aufstieg". Bis dahin sorgt er für höheren Umsatz bei seinem Chef: "Wenn ich die Kunden zum Kraftstoff berate, nehmen drei von zehn den höherwertigen, etwa V-Power statt Superbenzin."

Für den Tankstellen-Strategen Kapitany ist der neue Service einer von drei Ansätzen, um den Erzkonkurrenten Aral endlich zu überholen: "Differenzierung ist die wichtigste Sache in diesem Geschäft", sagte er. Dazu zählen für ihn auch die Shell-Kundenkarte sowie die Entwicklung von Premium-Kraftstoffen wie V-Power. Shell hatte 2003 den Konkurrenten DEA von RWE übernommen und die Stationen mit dem eigenen Namen versehen. BP hatte damals Aral übernommen, aber war beim Markennamen Aral geblieben, obwohl die Kette jetzt zu dem britischen Konzern gehört.

Nach Shell-Angaben hält Aral in Deutschland 22,5 Prozent Marktanteil, es folgt Shell mit 21,5 Prozent vor Jet mit 10 Prozent, der Freien-Gruppe bft mit 9,5 Prozent und Esso mit 9 Prozent.


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