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Info Junge Fahrer nicht zu bremsen?

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Junge Fahrer nicht zu bremsen?

Im Jahr 2002 ereigneten sich in Deutschland 362.000 Straßenverkehrsunfälle mit Personenschaden, bei denen 483.000 Verkehrsteilnehmer verunglückten, 6.842 davon tödlich. 257.000 dieser Unfälle mit 358.000 verunglückten Verkehrsteilnehmern waren durch Personenkraftwagen verursacht (4 686 davon tödlich).

Die meisten der Unfälle mit Personenschaden ereignen sich als

  • Zusammenstöße mit anderen Fahrzeugen (64 Prozent),
  • Abkommen von der Fahrbahn (16 Prozent) sowie als
  • Zusammenstöße mit Fußgängern (9 Prozent).

Die Ursachen liegen überwiegend im Verhalten der Fahrzeugführer (87 Prozent) und nur zu geringem Teil der Fußgänger (5 Prozent). Faktoren wie Straßenverhältnisse, Witterung, Hindernisse oder Tiere auf der Fahrbahn oder technische Mängel sind als Ursache nur für wenige Prozent der Unfälle verantwortlich.

Obwohl die jungen Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren nur 10 Prozent der erwachsenen Bevölkerung ausmachen, gehen 31 Prozent der durch Personenkraftwagen Verunglückten auf ihr Konto.

Die Zahl der pro Unfall Verunglückten zeigt, dass die Pkw-Unfälle junger Fahrer schwerer verlaufen. Sind es bei den 18- bis 20-Jährigen durchschnittlich 1,53 und bei den 21- bis 24-Jährigen 1,44 Verletzte oder Getötete pro Unfall, so beträgt diese Zahl bei den älteren nur 1,37.

Betrachten wir statt der Zahl der Verunglückten nur noch die Zahl der Unfälle und berücksichtigen dabei, dass die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen eine unterschiedliche Pkw-Fahrleistung erbringen, so sticht die Gruppe der ganz jungen Pkw-Fahrer besonders stark hervor: Bezogen auf dieselbe Fahrleistung kommen auf einen Unfall mit Personenschaden bei den Älteren durchschnittlich 2,5 Unfälle bei den 21- bis 24-Jährigen und sogar 6,5 Unfälle bei den 18- bis 20-Jährigen.

Faktoren, die das Unfallrisiko erhöhen, sind das durchschnittlich erheblich geringere Führerscheinalter der jungen Fahrer – mehr als 80 Prozent der Unfallfahrer zwischen 18 und 20 Jahren besitzen ihren Führerschein noch nicht einmal zwei Jahre, bei den älteren Fahren ab 25 Jahren sind es nur 9 Prozent – und das durchschnittlich etwas höhere Alter der von ihnen gefahrenen Personenkraftwagen – 43 Prozent der Unfallfahrer zwischen 18 und 20 Jahren fuhren einen Personenkraftwagen, der älter als neun Jahre war, bei den älteren Fahren ab 25 Jahren waren es nur 30 Prozent mit einem älteren Personenkraftwagen.

Untersucht man die Ursachen in der Unfallstatistik, so treten die jungen Fahrer besonders mit einer nicht angepassten Geschwindigkeit hervor: Während bei den älteren Pkw-Fahrern nur bei 10 Prozent der Unfälle mit Personenschaden eine nicht angepasste Geschwindigkeit zugrunde lag, musste diese Ursache bei den 20- bis 24-Jährigen in 20 Prozent und bei den 18- bis 20-Jährigen sogar in 26 Prozent der Fälle festgestellt werden. Hinzu kommen bei den jungen Fahrern Probleme mit dem Sicherheitsabstand, der Verkehrstüchtigkeit (Alkohol und andere Drogen) und mit der Straßenbenutzung, hier insbesondere dem Rechtsfahrgebot (zum Beispiel in Kurven, vor Kuppen, beim Überholtwerden usw.).

Eine Auswertung der im Verkehrszentralregister des Kraftfahrt-Bundesamtes registrierten Unfälle (überwiegend solche ohne Personenschaden) bestätigt die Probleme junger Fahrer mit der Wahl einer angemessenen Geschwindigkeit und mit der Straßenbenutzung, wohingegen eine besondere Unfallauffälligkeit junger Fahrer mit Alkohol bzw. Drogen nicht durchgängig zu belegen ist. Günstiger schneiden die jungen Pkw-Fahrer gegenüber den älteren hinsichtlich ihrer Rolle bei den Vorfahrtsmissachtungen einschließlich der Rotlicht-Verstöße ab. Hinweise darauf finden sich auch in der amtlichen Unfallstatistik.

Eine allgemeine Analyse der VZR-Daten (auch und überwiegend Eintragungen ohne Unfallzusammenhang) kann nähere Erkenntnisse liefern. Auch im Verkehrszentralregister sind die jungen Fahrer mit gut 16 Prozent der 2,9 Millionen jährlich eingetragenen Pkw-Fahrer stärker vertreten, als ihre Bevölkerungszahlen (10 Prozent) es erwarten lassen.

In den VZR-Eintragungen fallen zwei Verhaltensbereiche auf, in denen die jungen Pkw-Fahrer von den älteren erheblich abweichen: Während bei den Älteren 52 Prozent der Eintragungen auf Geschwindigkeitsübertretungen zwischen 21 und 40 km/h zurückgehen, sind dies bei den 21- bis 24-Jährigen nur 42 Prozent und bei den 18- bis 20-Jährigen sogar nur 34 Prozent. Dagegen tun sich die Jüngeren besonders mit dem Fahren ohne Fahrerlaubnis hervor. Dies macht bei ihnen 6 bis 7 Prozent der Eintragungen, bei den Älteren nur 3 Prozent der Eintragungen aus. Hier wären spezielle Maßnahmen angebracht, den Wunsch der jungen Leute nach einer hoch motorisierten Verkehrsteilnahme mit den gesetzlichen Bestimmungen besser in Einklang zu bringen.

Ein abschließender Blick auf eine Untersuchung des KBA, die den Altersvergleich nicht mit Prozentzahlen, sondern mit absoluten Zahlen durchführt, macht die Schärfe der Problematik junger Fahrer noch viel deutlicher: Zählt man die Verkehrsauffälligkeiten einer Altersgruppe und setzt sie zu den von dieser Altersgruppe erbrachten Fahrleistungen in Beziehung – wir erhalten dann VZR-Eintragungen pro eine Million Pkw-Kilometer –,zeigt sich für alle statistisch bedeutsamen Bereiche des Fehlverhaltens, dass junge Fahrer dramatisch mehr Verstöße begehen als ältere. Jedes Jahr an Lebensalter und Fahrpraxis bringt dabei erhebliche Verbesserungen. Allerdings bestehen dabei große Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während Probleme mit dem Fahren unter Alkohol bzw. Drogen bei Frauen von Anfang an niedrig liegen und sich mit dem Lebensalter daher kaum ändern, gibt es bei den Männern einen kräftigen Abfall von 7 Prozent pro Jahr. Ähnliches gilt für das Fahren ohne Fahrerlaubnis (11 Prozent Abnahme pro Jahr bei Männern). Dagegen verhalten sich die Vorfahrtmissachtungen einschließlich der Rotlicht-Verstöße bei Frauen und Männern relativ ähnlich. Das schnellste Lernen – sei es aufgrund der fortschreitenden Lebensreife oder der inzwischen erworbenen Fahrpraxis – ist bei den gefährlichsten Verhaltensweisen zu erkennen: Die Rate der VZR-Eintragungen pro eine Million km Pkw-Fahrleistung, die sich auf unangepasst zu schnelles Fahren und auf Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot beziehen, nimmt bei Männern jährlich um über 30 Prozent ab. Der langsamste Lernfortschritt mit 3 Prozent Verbesserung pro Jahr bei den männlichen Pkw-Fahrern ist bei den Geschwindigkeitsüberschreitungen um 21 bis 25 km/h zu verzeichnen.


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