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Historie Mercedes-Benz Lastwagenwerk Wörth feiert 50. Betriebsjubiläum

Historie


Mercedes-Benz Lastwagenwerk Wörth feiert 50. Betriebsjubiläum

LKW-Montage in Wörth 1969Am 01. Oktober 1963 nimmt das neu errichtete Nutzfahrzeugwerk Wörth der damaligen Daimler-Benz AG die Produktion von Lkw-Fahrerhäusern auf. Heute ist Wörth das größte Lkw-Montagewerk der Welt mit mehr als 11.500 Mitarbeitern. Neben den Typen Actros, Arocs, Axor, Antos und Atego baut Daimler in Wörth auch die Fahrzeuge der Sparte Mercedes-Benz Special Trucks mit den Typen Unimog, Econic und Zetros. Jährlich entstehen in Wörth mehr als 100.000 Fahrzeuge.

Die Geschichte des Werks Wörth beginnt im Jahr 1960, als die damalige Daimler-Benz AG ein 1,5 Millionen Quadratmeter großes Industriegelände von der Gemeinde Wörth bei Karlsruhe kauft. Zunächst ist auf der so genannten Wörther Insel am Rhein lediglich der Bau eines Motorenwerkes angedacht, in dem vorerst etwa 100 Menschen arbeiten sollen. Doch Mercedes-Benz verändert die Fertigungsstrukturen seiner Werke im Bereich Nutzfahrzeuge während dieser Zeit, um sich für die Zukunft besser aufzustellen. Das neue Konzept sieht vor, Motoren und Omnibusse künftig in Mannheim zu bauen, während die Lastwagen aus Wörth kommen.U

Die Umstellung geschieht schrittweise. So werden vom 01. Oktober 1963 an in Wörth vorerst nur Lkw-Fahrerhäuser hergestellt, die in Gaggenau (Standort für schwere Lkw) und Mannheim (Standort für mittlere Lkw) weiterverarbeitet werden. Immerhin etwa 22.000 dieser Kabinen laufen während des ersten Jahres in Wörth im Band. Im Dezember 1964 kommen Innenausbau und Fertiglackierung als neue Kompetenzen des Standorts dazu. In diesem Jahr fällt auch die endgültige Entscheidung, die gesamte Lkw-Produktion und -Endmontage in Wörth zu bündeln. Eine Ausnahme ist der Unimog, er läuft weiter in Gaggenau vom Band.

Neben der 750 m langen (später auf 1.000 m erweiterten) und 50 m breiten Montagehalle werden auch Verwaltungsgebäude, Lehrwerkstatt und Kantine in Wörth errichtet. Der neue Standort ist zunächst auf eine Kapazität von 48.000 Lastwagen im Jahr ausgelegt. Doch diese Produktionszahl wird bereits 1966 erreicht, als der Bau von mittelschweren Lastwagen und die Produktion der Fahrzeugbausätze (Completely Knocked Down, CKD) für den Versand in die weltweiten Montagewerke hinzukommt.

Die Kapazität der Produktion in Wörth wird von 1969 an schrittweise auf bis zu 100.000 Einheiten jährlich erhöht. Doch schon 1975 überschreitet Mercedes-Benz diese Marke mit dem Bau von 105.200 Lastwagen. Zu diesem Zeitpunkt hat sich das Lastwagenwerk in der Pfalz längst zum weltweiten Motor der Nutzfahrzeugsparte von Daimler-Benz entwickelt. Schon 1973 wird der 500.000. Lastwagen in Wörth gebaut.

In den 1970er Jahren sind es vor allem schwere Frontlenker der Neuen Generation (NG), die seit 1973 in hoch flexibler Produktion und strikt nach dem Baukastensystem konzipiert vom Band laufen. In den 1980er-Jahren werden die NG-Typen zunächst von der Generation NG 80, 1988 dann von der SK-Baureihe (Schwere Klasse) abgelöst. Im Segment von 6,5 bis 13 Tonnen Gesamtgewicht setzt seit 1984 die LK-Baureihe (Leichte Klasse) neue Maßstäbe.

In den 1980er-Jahren zeigt sich, dass angesichts von immer mehr Varianten in der Typenpalette die Produktionsanlagen angepasst werden müssen – hin zum flexibleren Rohbau. So eröffnet Mercedes-Benz 1992 eine integrationsfähige Anlage, in der alle Fahrerhaustypen geschweißt werden können. Verbessert werden auch die Abläufe beim Fahrerhaus-Innenausbau.

Zur Wende ins 21. Jahrhundert ist Wörth Schauplatz einer beispiellosen Modelloffensive von Mercedes-Benz im Nutzfahrzeugbereich: 1996 hat der von Grund auf neu konstruierten Schwer-Lkw Actros Premiere, 1998 folgen die leichten und mittleren Lastwagen der Atego-Reihe. 2001 läuft die Pilotserienfertigung des neuen Schwer-Lkw Axor für den mittleren Fernverkehr und schweren Verteilerverkehr an. 2002 wird der Unimog-Bau von Gaggenau nach Wörth verlagert – nach 51 Jahren und mehr als 320.000 gebauten Fahrzeugen. 2003 verlegt Mercedes-Benz dann auch die Produktion der Kommunal-Lastwagen des Typ Econic von Zwickau nach Wörth. Die Produktion von Unimog, Econic und dem 2008 vorgestellten schweren Gelände-Lkw Zetros bildet in Wörth den Geschäftsbereich Mercedes-Benz Special Trucks (MBS). Die hohe Kompetenz in der Nutzfahrzeugproduktion ergänzt seit 2008 das Entwicklungs- und Versuchszentrum für Lkw.

Die Umstellung auf die Abgasnorm Euro VI nutzt Mercedes-Benz von 2011 an für die größte Nutzfahrzeug-Entwicklungsoffensive in der Unternehmensgeschichte, bei der das Portfolio der Wörther Produktion umfassend erneuert wird: 2011 kommt der grundlegend neue Actros für den Fernverkehr, 2012 folgt der Antos für den schweren Verteilerverkehr, im Sommer 2013 schließlich der Arocs als Spezialist für das Baugewerbe sowie der neue Atego. Große Bedeutung bei der Auswahl eines neuen Nutzfahrzeugs hat das Branchen-Informations-Center (BIC): Es bietet Kunden die Möglichkeit, sich in einer Ausstellung über mehr als 180 Branchenlösungen von über 70 Aufbauherstellern zu informieren und eine auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete Lösung zu erhalten. Dabei erspart das BIC die Koordination diverser Ansprechpartner und Aufbauhersteller und erlaubt den direkten Vergleich zwischen zahlreichen Komplettlösungen.

Heute umfasst das Werksgelände in Wörth 2,4 Millionen Quadratmeter, die reine Produktionsfläche ist auf 480.000 m2 angewachsen. Hier werden bis zu 470 Lastwagen am Tag gebaut. Rund 60% der Produktion wird in mehr als 150 Länder exportiert. In Europa stammt fast jeder dritte Lastwagen zwischen 6,5 und 16 Tonnen aus dem Mercedes-Benz Werk Wörth. Deutschland ein besonders wichtiger Markt: Dort kommt fast die Hälfte der Lastwagen zwischen 6,5 und 16 Tonnen aus dem Werk, das am 01. Oktober vor 50 Jahren den Betrieb aufgenommen hat.


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