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Historie Frauen der Automobilgeschichte

Historie


Frauen der Automobilgeschichte

Bertha Benz neben ihrem Gatten Carl Benz in einem Benz Victoria, Modell 1894Frauen haben einen maßgeblichen Anteil am Erfolg des Automobils, das im Jahr 1886 nahezu zeitgleich von Gottlieb Daimler und Carl Benz erfunden worden ist. Die erste Langstreckenfahrt auf dem Benz Patent-Motorwagen, die zugleich die erste Werbereise und der erste Dauerbelastungstest in der Automobilgeschichte gewesen ist, unternimmt eine Frau – Bertha Benz. Sie fährt 1888 mit ihren beiden Söhnen aber ohne Wissen ihres Mannes 106 Kilometer von Mannheim nach Pforzheim.

Der Durchbruch der neuen, revolutionären deutschen Erfindung gelingt in Frankreich, und zwar aufgrund der Tatkraft einer Frau – Louise Sarazin. Die erste Person, die eine Führerscheinprüfung ablegt, ist eine Frau – Herzogin Anne d’Uzès, die übrigens auch das erste Strafmandat für zu schnelles Fahren bekommt. Und der erste Mensch, der 1927-1929 mit dem Auto um die Welt fährt, ist eine Frau – Clärenore Stinnes. Das Transportmittel war ein Adler Standard 6 mit 45 PS.

Die beiden Autoerfinder Gottlieb Daimler und Carl Benz wurden von ihren Gattinnen stark gefördert. Deren Verdienst bei der Erfindung des Automobils würdigt das Buch "Daimler – Benz. Wo das Auto anfing" unter anderem wie folgt: "Dass die Frauen der Pioniere sich in Entscheidungen mit ihrem Rat nicht eingemischt hätten, das wäre im Grunde ihrer Position und auch dem Opfer, das sie brachten, nicht entsprechend gewesen." Wie sagt ein geflügeltes Wort: Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau, die ihn unterstützt.

Bertha Benz unternimmt die erste Fernfahrt der Automobilgeschichte

Die Ehefrau von Carl Benz nimmt in der Geschichte des Automobils eine äußerst aktive Rolle ein. Nicht nur, dass Bertha Benz ihren Mann in seinen Plänen stets bestärkt, ihm Mut macht, wenn er bei scheinbar unlösbaren Problemen aufgeben will, und ihm als Partnerin für konstruktive Gespräche zur Seite steht – sie setzt auch ihre Mitgift ein, um die Pläne ihres Mannes zu unterstützen.

Zudem ist sie die erste Frau, die bei der Weiterentwicklung des Automobils hilft. Denn nach der ersten Fernfahrt mit dem Benz Patent-Motorwagen von Mannheim nach Pforzheim und zurück im August 1888 und dem damit einhergehenden ersten Dauertest weiß die Fahrerin, was unter anderem unbedingt verbessert gehört: Das Fahrzeug benötigt einen Gang mehr für die Berge, erinnert sich Carl Benz in seinen Memoiren, die allerdings sein Schwiegersohn und nicht er selbst zu Papier bringt: "Und die Moral von der Geschichte war: ‚Der Motor ist für Bergtouren zu schwach.’ Daher ging der Ingenieur auf den Reformvorschlag gerne ein und baute eine dritte Übersetzung für Bergfahrten in den Wagen ein."

Neben den wertvollen praktischen Erkenntnissen, die zur weiteren Verbesserung des neuen Gefährts führen, ist die wagemutige Tour, die Bertha Benz mit ihren beiden Söhnen unternimmt, auch die erste Werbefahrt für ein Automobil: Die Presse hat umfangreich über den pferdelosen Wagen berichtet und somit die Aufmerksamkeit auf das neuartige Fortbewegungsmittel aus dem Hause Benz gelenkt, das kurz darauf in München unter der Ankündigung "Vollständiger Ersatz für Wagen mit Pferden" vorgestellt wird.

Gottlieb Daimler vertraut Louise Sarazin

Das Jahr 1888 ist aber auch in wirtschaftlicher Hinsicht ein wichtiges Jahr für den Durchbruch des Automobils, und daran ist wiederum eine Frau maßgeblich beteiligt: Louise Sarazin übernimmt in jenem Jahr die Geschäfte für Gottlieb Daimler in Frankreich, jenem technikverliebten Land, in dem das damals revolutionär neue Gefährt die Menschen zuerst begeistert: Während in Deutschland die deutsche Erfindung noch eher skeptisch betrachtet wird, tritt das Auto seinen Siegeszug in die Welt von Frankreich aus an.

Der Vertrieb der Daimler-Motoren in Frankreich beginnt mit dem freundschaftlichen Verhältnis zwischen Gottlieb Daimler und dem Anwalt Edouard Sarazin, den der deutsche Erfinder noch von seiner Zeit bei dem Unternehmen Deutz kennt. Edouard Sarazin erwirbt per Handschlag die Anwartschaft auf die Auswertung aller künftiger Erfindungen Daimlers für das französische Staatsgebiet. Doch dann erkrankt der Franzose und stirbt am 24. Dezember 1887 im Alter von 47 Jahren.

Zuvor beauftragt er noch seine Frau Louise, die Verbreitung von Daimlers Erfindung in Frankreich fortzusetzen, was diese auch tut. "Sie werden nun einen neuen Vertreter für Frankreich nehmen wollen", schreibt Louise Sarazin an Gottlieb Daimler. "Aber weil ich von allen vorausgegangenen Verhandlungen weiß und bis auf den heutigen Tag über die Einzelheiten informiert bin, so stehe auch ich Ihnen so lange für Ihre Arbeiten zur Verfügung, bis Sie einen passenden Ersatz für meinen Mann gefunden haben."

Gottlieb Daimler nimmt "von Herzen gern an" und sichert ihr zu, "dass Sie auch fernerhin an den Geschäften beteiligt bleiben, nur kann ich jetzt noch nicht sagen, in welcher Weise. Jedenfalls werde ich in nächster Zeit nichts ohne Ihren Rat unternehmen." Der Autor Friedrich Schildberger schreibt, dass es für den sicheren Instinkt Daimlers bezeichnend gewesen sei, dass er die außerordentlichen Fähigkeiten dieser Frau klar erkannt hat.

Doch dieser Instinkt geht anderen Männern zunächst ab: Louise Sarazin muss erst einmal beweisen, dass sie als Frau überhaupt mitreden und als Geschäftspartner ihren "Mann" stehen kann. Gleichwohl lässt sie sich davon nicht unterkriegen und leistet kräftige Überzeugungsarbeit für die neuen Motoren und deren Einsatzmöglichkeiten für den Individualverkehr. Am 05. Februar 1889 schließen Gottlieb Daimler und Louise Sarazin den Vertrag, der letztlich die Einführung des Automobils in Frankreich besiegelt: Daimler erhält demnach 12% vom Kaufpreis jedes Motors, den Madame Sarazin als Konzessionsinhaberin herstellt oder herstellen lässt. Der Erfinder hält auch im Übrigen treu zu seiner Geschäftspartnerin, als sich nach der Weltausstellung in Paris von Mai bis Oktober 1889 weitere Interessenten anbieten, die Daimler-Patente in Lizenz zu bauen: Louise Sarazin bekommt am 01. November 1889 die schriftliche Zusage, alle französischen und belgischen Patente alleine auswerten zu dürfen, nur müssen sie den Namen Daimler tragen.


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