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Auto News


Sport FIA Tourenwagen-WM 2008: 1. + 2. Lauf in Okayama

Motorsport


FIA Tourenwagen-WM 2008: 1. + 2. Lauf in Okayama

Das Wetter hielt, was die Vorhersagen versprachen: Bis zum späten Sonntagvormittag regnete es in jenem Talkessel der Japanischen Alpen, in dem sich der Okayama International Circuit befindet. Damit änderten sich die Voraussetzungen im Vergleich zur Qualifikation grundlegend. "Auf nassem Asphalt wäre der Reifenverschleiß für die Fronttriebler ein Thema geworden, weil der Fahrbahnbelag in Okayama nur wenig Grip bot und die Reifen sehr hart rannahm", beschrieb Rob Huff. "Im Regen musste man sich vor allem für die richtige Bereifung entscheiden."

Im mittäglichen 1. Rennen war die Wahl noch eindeutig. "Wir wussten bereits seit Donnerstag, dass die Strecke nur sehr langsam abtrocknet", erläuterte Huff. "Da hatte es am Morgen geregnet; dann schien die Sonne, aber trotzdem wurde der Asphalt 5 Stunden lang nicht richtig trocken."

Also musste das gesamte Feld der Tourenwagen-WM am Sonntagmittag mit Regenreifen und einer Misch-Abstimmung zwischen Nass- und Trocken-Set-Up ausrücken. Alain Menu erwischte als Dritter einen besseren Start als die beiden BMW von Augusto Farfus und Jörg Müller vor ihm. Der Genfer ging bereits außen neben Pole-Sitter Farfus längsseits. "Aber dann hat Farfus sich verbremst und ist schnurstracks in mich hinein gerutscht", ärgerte sich Menu. "Er traf mich so unglücklich, dass eine Aufhängung kaputt ging." Noch während des Rennens machten die Mechaniker des Chevrolet Werksteams von Ray Mallock den Lacetti wieder flott.

Robert Huff hielt derweil zumindest im 1. Rennen seine vagen WM-Hoffnungen noch am Leben. Der 29-Jährige lieferte sich einen lebhaften Kampf mit Tiago Monteiro, Andy Priaulx, James Thompson und Yvan Muller. "Ich wusste, dass mein Auto über die Distanz immer besser werden würde", beschrieb der Brite. "Aber im Kampf mit Thompson machte ich einen kleinen Fehler, sodass er vorbei kam. Und als ich mich mit Monteiro auseinandersetzte, konnte auch Priaulx noch mit durchschlüpfen. In der letzten Runde wurde es dann allgemein zu eng – zu viel Autos für zu wenig Platz. Dadurch kam ich wieder auf die 4. Position nach vorn."

Im 2. Durchgang hätte Huff einen Platz auf dem Podest benötigt, um noch mit WM-Aussichten zum Finale nach Macau in drei Wochen zu reisen. Aber das Wetter machte einen Reifenpoker nötig, den Huff nicht in letzter Konsequenz durchzog. SEAT-Privatfahrer Tom Coronel wagte als einziger eine Misch-Bereifung aus Slicks an der Vorder- und Regenreifen an der Hinterachse. Damit war der Niederländer der große Gewinner des 2. Rennens.

Huff gestand: "Das hätte ich auch machen sollen. Ich hatte auch darüber nachgedacht. Aber wir hatten das früher in der Britischen Tourenwagen-Meisterschaft schon mal probiert – und dabei war das Auto dort immer aus der Balance geraten." Deswegen fuhr der Brite mit Slicks. Das war zwar über die Distanz die bessere Wahl als die Regenreifen, mit denen SEAT die WM-Spitze auf die Reise schickte. Doch Platz 5 reichte nicht, um die WM-Hoffnungen nach Macau hinüberzuretten. "Aber realistisch wäre das ohnehin nicht gewesen", hielt sich Huffs Enttäuschung in Grenzen. "Wir haben jetzt aber noch die Möglichkeit, WM-Zweiter zu werden. Das werden wir in Macau anstreben."

Chevrolet Rennleiter Eric Nève wusste: "Wir haben die WM nicht hier verloren – sondern viel eher durch Huffs Reifenschaden in Lauf 1 von Brands Hatch. Aber eine echte Chance hatten wir dieses Jahr ohnehin kaum. Nächstes Jahr, mit dem neuen Chevrolet Cruze, nehmen wir einen neuen Anlauf. Das Auto wird in einigen Nuancen besser sein als der aktuelle Lacetti."

Menu riskierte im 2. Lauf von Okayama ebenfalls Slicks, wurde aber in der Frühphase in eine Kollision verwickelt und klemmte danach lange hinter Matthew Marsh, dem Neuzugang im niedersächsischen BMW-Team von Dieter Wiechers, fest. "Ich habe hinter ihm nicht allzu viel riskiert. Denn ich wollte vor Macau keine Zwischenfälle mehr provozieren." Denn schließlich werden die Autos am Dienstag von Kobe aus in einer 6-tägigen Reise via Hongkong nach Macau verschifft. "Und in Macau werde ich mit wenig Platzierungsgewicht antreten", reibt Menu sich die Hände, "auf einer Strecke, die ich unglaublich gern mag."

Nicola Larini haderte nach den Rennen mit den mangelnden Gripverhältnissen und einer falschen Reifenwahl für Lauf 2. "Ich hätte auch Slicks nehmen sollen", gestand der Italiener. "Mein Fehler. Generell kam ich an diesem Wochenende nicht sonderlich klar. Das fing schon in den Trainings an, als ich die Strecke im Vergleich zu meiner Formel 1-Erfahrung hier kaum mehr wieder erkannte." Larini kam auf die Ränge 16 und 12.

Lokalmatador Manabu Orido, der einen 4. Chevrolet Lacetti in der Obhut des Teams von Nicklas Karlsson aus der Schwedischen Tourenwagen-Meisterschaft fuhr, wurde im 1. Lauf aus dem Rennen torpediert. "Danach musste ich Lauf 2 von der Box aus nachstarten. Bei den rutschigen Bedingungen ging es in erster Linie mal darum, auf der Strecke zu bleiben. Das war auf den Slicks gerade in der Anfangsphase nicht einfach. Aber ich fasste immer mehr Vertrauen, und in der letzten Runde konnte ich sogar noch meine persönlich schnellste Rennrunde drehen." Orido landete am Ende auf Platz 18.


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