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Sicherheit Erhöhtes Wildunfall-Risiko - 225.000 Wildunfälle in 12 Monaten

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Erhöhtes Wildunfall-Risiko - 225.000 Wildunfälle in 12 Monaten

Reh (Ricke) mit drei KitzenDer Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) und der ADAC warnen vor dem erhöhten Wildunfall-Risiko im Herbst: Die Uhren werden am 29. Oktober um eine Stunde zurückgestellt, der morgendliche Berufsverkehr fällt dann wieder für Wochen in die Dämmerung. Für Reh und Co. birgt die Futtersuche im Morgengrauen plötzlich große Gefahren. "Wildtiere kennen weder Sommer- noch Winterzeit, ihre Uhr tickt anders. Sie verlassen beim ersten Zwielicht die Deckung und suchen Nahrung. Das Queren von Straßen wird dann zu oft zur Todesfalle", erklärte DJV-Präsident Jochen Borchert anlässlich der Vorstellung der aktuellen Wildunfallstatistik heute in Bonn.

Rund 225.000 Kollisionen von großen Wildtieren mit Kraftfahrzeugen weist die DJV-Statistik für April 2005 bis März 2006 auf. 200.000 Rehe, 22.300 Wildschweine und 2.700 Stück Rotwild haben demnach 2005/06 ihr Leben auf deutschen Straßen gelassen. Deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt Nordrhein-Westfalen, wo fast jedes dritte Reh (26.100 Tiere) laut amtlicher Jagdstatistik auf der Straße "erlegt" wird. Auch in Niedersachsen (27.000 Tiere) und Baden-Württemberg (24.700 Tiere) sterben besonders viele Rehe im Autoverkehr.

Wildunfälle nehmen seit Jahren tendenziell zu. Das Risiko für Autofahrer erhöht sich damit ebenfalls: Schon ein 80-Kilo-Schwein prallt mit zwei Tonnen auf ein 50 Stundenkilometer schnelles Auto. Das entspricht einem ausgewachsenen Nashorn. Ein Dutzend tote Autofahrer und tausende Verletzte sind die traurige Bilanz für 2006. Von einer Dunkelziffer geht ADAC-Wildexperte Thomas Hessling aus: "1.600 Mal pro Jahr kollidieren Autofahrer mit Bäumen und sterben. Die Ursache ist oftmals ungeklärt. Wir befürchten, dass ein Teil durch Wildwechsel ausgelöst wird, auf die Autofahrer falsch reagieren."

ADAC und DJV empfehlen deshalb gerade im Herbst: Runter vom Gas in waldreichen Gebieten. Beispielsweise nehmen Rehe Fahrzeuge, die mit mehr als 70 Stundenkilometer unterwegs sind, nicht mehr wahr und laufen ins Verderben. Autofahrer sollten in Risikogebieten die Straßenränder im Auge behalten. Wo ein Wildtier auftaucht, folgen oft weitere. Das richtige Verhalten im Ernstfall: Licht abblenden, bremsen und hupen. Das gibt Tier und Mensch die Möglichkeit, unbeschadet davonzukommen. Ist ein Zusammenstoß unvermeidbar, bleibt nur die Vollbremsung, dabei das Lenkrad gerade halten. Unkontrollierte Ausweichmanöver gefährden den Gegenverkehr und das eigene Leben.

Mit Duftzäunen, Wildwarnreflektoren und Wildäckern entschärfen Jäger und ADAC bekannte Wildunfallschwerpunkte. Das Problem der zunehmenden Lebensraumzerschneidung durch Straßen lässt sich dadurch jedoch nicht lösen. Der DJV Fordert deshalb mehr Querungshilfen wie Wildbrücken nach niederländischem Vorbild, um Risiken für Mensch und Tier zu reduzieren. Mehr als 200.000 Mal waren Jäger zwischen April 2005 und März 2006 ehrenamtlich im Einsatz, haben Wildunfälle aufgenommen oder geflüchtete, verletzte Wildtiere gesucht.


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