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Technik Continental: Kamera- und Infrarotfunktionen in einer kompakten Einheit

Motor & Technik


Continental: Kamera- und Infrarotfunktionen in einer kompakten Einheit

Einige der Hauptunfallursachen im Straßenverkehr sind Unaufmerksamkeit, Müdigkeit und Ablenkung der Autofahrer. Fahrerassistenzsysteme, die dem Menschen am Steuer in einer solchen Situation helfen, können die Zahl der Unfälle daher weiter verringern. Das spiegelt sich auch in den neuen Euro NCAP-Bewertungskriterien wider. Sicherheitsfunktionen, wie etwa ein Notbremsassistent, beeinflussen die mögliche Punktezahl eines Modells. Solche Funktionen setzen zuverlässige Sensoren voraus, die zugleich kompakt sein müssen und eine breite Anwendung ermöglichen – bis ins Kleinwagen-Segment.

Der internationale Automobilzulieferer Continental setzt diese Fahrerassistenzfunktionen mit einer Neuentwicklung skalierbar um: "Bei der SRL-CAM400 haben wir erstmals zwei besonders wettbewerbsfähige Sensortechnologien integriert. Durch gezielte Kombination der Stärken einer Kamera mit denen eines Infrarot-Entfernungsmessers (LIDAR), klassifiziert das neue Sensormodul Objekte vor dem Fahrzeug und erkennt eine drohende Kollision. Neben den beiden Sensoren ist auch die gesamte Auswertung im Modul enthalten", sagte Friedrich Angerbauer, Leiter der Business Unit Fahrerassistenzsysteme bei Continental. Im Geschwindigkeitsbereich bis zu 72 km/h kann die SRL-CAM400, durch Auslösung der automatischen Notbremsung, den Fahrer dabei unterstützen eine Kollision zu vermeiden. Der Geschwindigkeitsunterschied zwischen dem Fahrzeug und einem Objekt darf dabei bis 40 km/h betragen. Bei höheren Geschwindigkeitsunterschieden mildert die Notbremsung den Aufprall zumindest deutlich ab. Das neue Sensormodul befindet sich in der Musterphase und ist für einen Serienstart im Jahr 2015 vorgesehen.

Kamera und Infrarot-LIDAR ergänzen sich

CMOS-Kameras dienen heute bereits dazu, Objekte vor einem Fahrzeug zu klassifizieren. Für eine automatische Vollbremsung allerdings ist eine einzelne CMOS-Kamera nicht immer aussagekräftig genug. Deshalb kombiniert Continental diese passive Sensortechnik in der SRL-CAM400 mit einem Infrarot-LIDAR. Der LIDAR-Sensor sendet drei gepulste IR-Strahlen mit 905 nm Wellenlänge aus und misst die Laufzeit bis zum Eintreffen der reflektierten Strahlen an der Empfangsoptik. Erfasst wird eine Strecke von über 10 m vor dem Fahrzeug. Es handelt sich also um ein Short Range LIDAR-System. Aus der Lichtgeschwindigkeit und der Laufzeit errechnet die SRL-CAM400 die Distanz zum Objekt mit bis zu 10 cm Genauigkeit. In Kombination mit der CMOS-Kamera kann die Auswertung im Sensormodul damit sowohl auf eine robuste Objektklassifizierung als auch auf eine präzise Distanzmessung zurückgreifen. Vor einer automatischen Notbremsung werden beide Signalpfade abgeglichen, was die Entscheidungszuverlässigkeit weiter erhöht.

Skalierbarkeit erleichtert den Schritt in die Großserie

Im Hinblick auf die engen Kostenvorgaben gerade für Kleinfahrzeuge ist das SRL-CAM400 Modul skalierbar: Je nach Anwendung kann die Rechenkapazität für die 3 Stufen "Entry", "Base" und "Premium" angepasst werden. In allen drei Varianten liefert die SRL-CAM400 immer die robuste und zuverlässige Datengrundlage für eine automatische Notbremsung – und das auf kleinstem Raum. Weitere Fahrerassistenzsysteme, wie etwa Spurverlassenswarner (Lane Departure Warning, LDW) und Spurhalteassistent (Lane Keeping System, LKS), Verkehrszeichenerkennung (Traffic Sign Recognition, TSR) sowie ein Intelligenter Lichtassistent (Intelligent Headlamp Control, IHC) lassen sich zusätzlich als optionale Fahrzeugausstattung mit demselben Sensormodul umsetzen. Mit der SRL-CAM400 kann ein Fahrzeug je nach Skalierung des Sensormoduls in allen Kategorien der Euro NCAP-Bewertung Punkte holen. Für den Fahrer hat die Ausstattung seines Fahrzeugs mit einem Notbremsassistenten (Emergency Brake Assist) neben dem Sicherheitsgewinn noch den zusätzlichen Charme, dass die Versicherungsprämien günstiger ausfallen können.


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