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Thema: Motorsport


Michelin - GP Belgien - Rennen

Das lange erwartete Schlechtwetter-Rennen endete mit dem erwarteten Ergebnis: McLaren-Mercedes-Pilot und Michelin-Partner Kimi Räikkönen gewann den Großen Preis von Belgien und hielt damit seine Titelchancen gegen Tabellenführer Fernando Alonso aufrecht. Der Spanier erreichte das Ziel am Steuer seines ebenfalls Michelin-bereiften Renault R25 auf dem zweiten Rang, nachdem drei Runden vor Rennende mit Juan Pablo Montoya der bis dahin Zweitplatzierte nach einer Kollision ausgeschieden war. Während Alonso mit einem Vorsprung von 25 Punkten der Fahrertitel kaum noch zu nehmen ist, spitzte sich der Kampf um die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft zwischen Renault F1 und McLaren-Mercedes weiter zu. Aus Sicht der in der Formel 1 vertretenen Reifenhersteller indes sind die WM-Entscheidungen bereits gefallen: Nach 15 Siegen in 16 von 19 Saisonläufen sind es auf jeden Fall Partner von Michelin, die beide Titel erobern werden.

Dunkle Wolken über Spa-Francorchamps: Das instabile Wetter, für das die auch Ardennen-Achterbahn genannte Fahrerstrecke in Belgien so bekannt ist, ließ in der Saison 2005 nicht auf sich warten. Die Aussicht auf ein Regenrennen in der entscheidenden Phase der diesjährigen Formel 1-Weltmeisterschaft sorgte für zusätzliche Spannung. Im Michelin-Lager löste die Wetter-Prognose Vorfreude aus: Der Reifenspezialist brannte darauf, das Potenzial seiner Regenpneus unter Beweis zu stellen.

Michelin-Partner Juan Pablo Montoya setzte die Bestzeit im Abschlusstraining

Bereits das auf trockener Fahrbahn ausgetragene Qualifying erwies sich als klare Sache für Michelin: Die sechs Schnellsten rollten auf Vierrillen-Slicks aus Clermont-Ferrand. Das war ein recht spannendes Abschlusstraining, bilanzierte Michelin Motorsport-Direktor Pierre Dupasquier. Just als die letzten fünf unserer Piloten auf die Strecke gingen, begann es an einigen Stellen des Parcours leicht zu tröpfeln. Zum Glück blieb der richtige Regen aus.

Ungewöhnlicherweise musste sich das Formel 1-Starterfeld erst unmittelbar vor Beginn des Qualifyings zwischen den beiden jeweils zur Verfügung stehenden Reifenvarianten entscheiden und nicht bereits nach den Trainingssitzungen am Freitag, die aufgrund nachmittäglichen Regens nur bedingt zu gebrauchen waren. Am frühen Samstag Morgen verhinderte dann dichter Nebel den Teams den klaren Durchblick. Es hat unsere Arbeit natürlich nicht erleichtert, dass wir kaum zum Fahren gekommen sind, schildert Dupasquier die Situation. Dennoch konnten wir unsere Vorbereitungen wie geplant abschließen. Sowohl unsere ,Prime\'-Version als auch der ,Option\'-Pneu überzeugen mit purem Speed und ausreichender Ausdauer. Beide Versionen kommen während des Grand Prix zum Einsatz - so lange es trocken bleibt.

Die Pole Position sicherte sich, wie bereits in Monza, erneut Juan Pablo Montoya. Profitierte der Kolumbianer in Italien noch von einer Rückstufung seines Teamkollegen Kimi Räikkönen aufgrund eines außerplanmäßigen Motorenwechsels, so katapultierte er sich dieses Mal aus eigener Kraft auf den ersten Platz. Neben ihm in der ersten Reihe stellte sich Räikkönen auf, dem nur 49 Tausendstelsekunden auf die Bestzeit fehlten. Direkt dahinter: sein Erzrivale im Kampf um den diesjährigen Fahrer-Titel, Fernando Alonso. Trotz der schwierigen Umstände darf ich mit großer Erleichterung feststellen, dass unsere Rennpneus von Michelin perfekt funktionieren, kommentierte McLaren-Teamchef Ron Dennis die 15. Pole Position des französischen Unternehmens in der laufenden Saison.

Das lang ersehnte Regen-Rennen bahnte sich an

Der Grand Prix selbst begann mit dem erhofften Novum: Auf feuchter Fahrbahn kamen erstmals in diesem Jahr die Intermediate-Pneus für gemischte Streckenverhältnisse zum Renneinsatz. Auch wenn der Regen kurz vor Rennbeginn aufhörte, so rechneten die meisten Wettervorhersagen doch mit wieder einsetzenden Niederschlägen.

Das befürchtete Start-Chaos in der erste Kurve, der engen Spitzkehre La Source, blieb aus. Während Juan Pablo Montoya prompt die Führung übernahm, wehrte Räikkönen einen Angriff von Jarno Trulli ab. Fernando Alonso reichte sich als Vierter in den fließenden Verkehr ein, während sich Toyota-Pilot Ralf Schumacher seinem Bruder Michael geschlagen geben musste. Die ersten Runden zeigten eines bereits ganz klar auf: Auch bei den Intermediate-Reifen besitzt Michelin derzeit einen Wettbewerbsvorteil - Ferrari-Pilot Michael Schumacher büßte teilweise bis zu drei Sekunden pro Runde auf Räikkönen im Michelin-bereiften McLaren-Mercedes ein.

Trotz der schwierigen Bedingungen verlief das Rennen in der Anfangsphase erstaunlich ereignislos - lediglich Renault F1-Pilot Giancarlo Fisichella sorgte, aufgrund eines Motorenwechsels auf Startplatz 13 verbannt, mit einer vehementen Aufholjagd für Unterhaltung. Bis zur zehnten Runde: In der Eau Rouge touchierte der Römer den inneren Randstein und flog spektakulär von der Piste.

Die unvermeidliche Safety Car-Phase nutzte die komplette Spitze zum Tankstopp, nur Ralf Schumacher hatte bereits kurz zuvor neuen Treibstoff ausgefasst und ging dadurch als großer Gewinner dieses Zwischenfalls hervor. Denn die neue Reihenfolge lautet: Montoya vor Ralf, Räikkönen, Sauber-Petronas-Pilot Jacques Villeneuve und Fernando Alonso sowie Felipe Massa. Es lagen also erneut sechs Michelin-Piloten in Führung. Und der jüngere der beiden Schumacher-Brüder nutzte die Gelegenheit. Fast eine Sekunde holte er fortan pro Runde auf den führenden Silberpfeil auf, während für Michael Schumacher der Grand Prix von Belgien kurz nach dem Restart ein vorzeitiges Ende gefunden hatte: Er wurde von Takuma Sato vor der La Source ins Aus befördert und musste ebenso wie der Japaner aufgeben.

McLaren-Mercedes und Michelin dominierten das Rennen

Stand nach 22 Runden, also zur Halbzeit: Montoya konnte den Toyota in seinem Rückspiegel in den schnellen Passagen auch weiterhin genügend auf Distanz halten, um im kurvenreichen Mittelsektor nicht überrumpelt zu werden. Villeneuve fiel durch seinen spät eingelegten ersten Boxenstopp auf die achte Position vor Jenson Buttons BAR-Honda zurück, wodurch Alonso direkt hinter seinen Titelrivalen Räikkönen auf die vierte Position vorrückte. Die Piste trocknete zunehmends ab - wann würden die ersten Fahrer auf Vierrillen-Trockenreifen wechseln?

Erneut war es Ralf Schumacher, der im 24. Umlauf die Vorreiterrolle übernahm - trotz eines immer noch sehr feuchten mittleren Streckenabschnitts. Das Experiment zahlte sich jedoch nicht aus, wie ein Dreher in der Les Combes bewies. Noch in der gleichen Runde wechselte der Toyota-Pilot wieder auf Intermediates und fiel auf Rang zwölf zurück. Nicht anders erging es im übrigen auch Robert Dornbos, als Minari-Fahrer ein Vertreter der anderen Reifen-Fraktion.

Während Kimi Räikkönen - nun Zweiter - mit Rekordrunden den Rückstand auf seinen Teamkollegen verkürzte, versuchte es Felipe Massa in Runde 31 als nächster mit Trockenpneus. Sogleich ließ der Brasilianer eine persönlich schnellste Runde folgen, dann allerdings auch zwei Dreher. Fernando Alonso, der zwei Umläufe später zum regulären Tankstopp hielt, setzte erneut auf Intermediates. Auch der Sauber-Pilot machte seine mutige Reifenwahl wenig später rückgängig.

Dafür spitzte sich die Entscheidung über den Rennsieg zu: Räikkönen jagte weiterhin seinen Teamkollegen Montoya vor sich her. Ein zweiter Rang hätte dem Finnen im Kampf um den Titel jedoch nur wenig gebracht. In Runde 31 erhielt er seine Chance: Juan Pablo bog zum Service-Halt ab. Zwei Umläufe hatte der Finne nun Zeit, sich den nötigen Vorsprung zu besorgen - und nutzte die Gelegenheit. Die neue Reihenfolge: Räikkönen vor Montoya und Alonso.

In der 38. Runde bremste Jenson Button vor der Busstopp-Schikane den einzig verbliebenen Ferrari von Rubens Barrichello locker aus und übernahm damit den vierten Rang. Premiere-Experte Marc Surer: Dies ist das Ende des Mythos, dass Bridgestone im Regen den schnelleren Reifen besitzt.

Fünf Runden vor Schluss: Jetzt versuchte es Mark Webber mit Vierrillen-Slicks auf seinem Williams-BMW - und drehte prompt die schnellste Rennrunde. Der Grand Prix wurde noch einmal hektisch. Speziell, als der deutlich langsamer gewordene Montoya wenig später mit Nick-Heidfeld-Ersatz Antonio Pizzonia kollidierte und ausfiel. Dadurch rückte Fernando Alonso, wie bereits beim Großen Preis der Türkei, erneut auf den zweiten Platz vor - für den Spanier ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zum Weltmeistertitel, der ihm nun kaum noch zu nehmen ist. Mein spezieller Dank gilt Michelin, betonte der 24-Jährige nach Rennende. Wir haben fast während des gesamten Grand Prix - in der Schlussphase natürlich noch mehr - über Funk darüber diskutiert, ob und wann wir den Wechsel auf Trockenreifen wagen sollen. Ich denke, wir haben die richtige Entscheidung getroffen. Warum ein Risiko eingehen? Wir setzten auf Nummer sicher. Wir sind auf nasser Strecke gestartet, am Ende war der Asphalt fast trocken, dennoch haben die Pneus stets schnelle Runden ermöglicht. Die Jungs in Clermont-Ferrand haben für dieses Wochenende wieder ganze Arbeit geleistet.

Zugleich spitzt sich das Duell in der Konstrukteurs-Wertung weiter zu: Der Rückstand von McLaren auf das führende Renault F1-Team reduzierte sich um weitere zwei Punkte auf jetzt nur noch sechs Zähler.

Statistisches

  • Großer Großer Preis von Belgien, Circuit de Spa-Francorchamps, 16. Lauf zur FIA-Formel 1-Weltmeisterschaft 2005 (11. September 2005);
  • Renndistanz: 44 Runden à 6,976 km = 306,944 km.

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