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Land Rover Experience Tour 2015: 2. Etappe belebt "Waltzing Matilda"

Land Rover Experience Tour 2. EtappeIn Australien kennt es jedes Kind: das Lied von der "Waltzing Matilda". Es beschreibt wie kein zweites das Gefühl, das die Menschen auf dem fünften Kontinent eint. Sie wollen frei sein, die Natur genießen und auf ihre eigene Kraft vertrauen. Und das alles im berühmten, endlosen und nahezu menschenleeren "Outback", aus dem das Riesenland einzig und allein zu bestehen scheint. Was es mit der "Waltzing Matilda" auf sich hat, das erleben die Teilnehmer der Land Rover Experience Tour 2015 in beeindruckender Weise auf der 2. Etappe, die aktuell zur Hälfte absolviert ist. Auf mehreren Tagesabschnitten geht es über insgesamt 770 Kilometer quer durch das Northern Territory. Auf dem Weg von Katherine nach Kalkarindji liegen rund 80% Strecken off the road vor dem Land Rover-Tross – aber auch Passagen über die Lebensadern Australiens, die Highways mit ihren imposanten "Road Trains". Mit dem Absolvieren der 2. Etappe kommt die Kolonne der Land Rover Discovery Sport ihrem Traumziel wieder ein Stück näher: Am 07. November erreicht die Land Rover Experience Tour den Ayers Rock, den weltberühmten roten Felsen im Zentrum Australiens. Nach dann gut 3.000 Kilometern hat die Abenteuerreise bei ihrer elften Auflage einen weiteren weißen Fleck auf dem Globus mit zahllosen Begegnungen, Erlebnissen und Eindrücken in einem einzigartigen Land gefüllt.

Der Startpunkt der 2. Etappe der Land Rover Experience Tour heißt Katherine – mit knapp 10.000 Einwohnern die fünftgrößte Stadt des dünnbesiedelten Northern Territory. Für alle bisherigen Reisestrapazen auf der Tour werden die Abenteuerlustigen reich entschädigt: mit einem abendlichen Candle-Light-Dinner auf einem Boot. Das schwimmt jedoch nicht irgendwo, sondern in der "Katherine Gorge" – ein vom Katherine River in Jahrmillionen in den Sandstein gegrabenes System aus 13 Schluchten. Bis zu 70 Meter hoch sind die Wände dieses 12 Kilometer langen Naturschauspiels, die perfekte Kulisse für einen entspannten ersten Abend in einem der faszinierendsten und vielfältigsten Länder der Erde.

Allerdings ist mit dem Candle-Light-Dinner das Thema Erholung zunächst beendet. Schließlich will ein echter 4x4 wie der Land Rover Discovery Sport in seinem ureigensten Umfeld bewegt werden. Und das kann er auf dem ersten Tagesabschnitt zur Dorisvale Range ausgiebig tun – und dabei seine technologischen Stärken ausspielen, wie die "Terrain Response"-Steuerung und die zahlreichen innovativen Fahrhilfen.

Denn zum Warmlaufen hat die Crew um Tourleiter Dag Rogge gleich den wohl abenteuerlichsten Streckenteil ins Roadbook geschrieben. Über viele Kilometer geht es immer weiter voran, entlang der Zäune einer gigantischen Rinderfarm. Aber nicht einfach über Feldwege oder gar Straßen, sondern durch alte Flussbetten und über tief ausgewaschene Passagen.

Dabei erwarten die Teilnehmer immer wieder unerwartete Probleme. Mal müssen spontan Umleitungen gefunden werden, mal haben die Abenteurer eine Brücke für die Land Rover-Karawane zu bauen. Jetzt zeigt sich, warum die Endausscheidung zur Land Rover Experience Tour so hart war. Denn bei der dreitägigen Veranstaltung im Land Rover Experience Center in Wülfrath bei Düsseldorf gehörte es zu den Aufgaben, mit Kreativität und Teamgeist Lösungen zu finden. Und das können die sechs Gewinner der Qualifikation, die von ursprünglich rund 30.000 Interessenten übrigblieben, nachweislich besonders gut.

Die vielen mühseligen, aber jederzeit spannenden Offroad-Kilometer sind an diesem Tag aber nur eine Herausforderung für die Teilnehmer der Land Rover Experience Tour. Die andere hört auf den Namen "Road Train". Das sind teilweise mehr als 50 Meter lange und bis zu 140 Tonnen schwere Mega-Lkw. Diese typisch australischen Trucks bringen Waren und Rohstoffe über die riesigen Distanzen – und sind dabei die Könige der Straße. Mit ihren 500 und mehr Lkw-PS gelten sie auf dem Stuart Highway als Platzhirsche. Für die Piloten der Land Rover Discovery Sport bedeutet das, die Durchzugskraft ihrer 180-PS-Ingenium-Dieselmotoren geschickt einzusetzen – und sich ein wenig daran zu erfreuen, dass der Land Rover Discovery Sport sieben Sitzplätze, eine Menge Komfort und bedeutend mehr Effizienz als die Riesen-Lkw in die Waagschale werfen kann.

Eines kann jedoch auch das vielseitig begabte Kompakt-SUV aus britischer Produktion nicht: Fliegen. Dazu ist aber ein Robinson-Hubschrauber in der Lage. Und mit einem solchen Gerät fliegt der Besitzer der Dorisvale Cattle Farm zum abendlichen Barbecue ein – bzw. zum "Barbie", wie die in Abkürzungen verliebten Australier sagen.

Mit dem Helikopterflug erweist der Farmer den Besuchern aus dem fernen Deutschland nicht etwa eine besondere Referenz. Es ist vielmehr sein tägliches Transportmittel und das seiner Landwirtskollegen auf den zwar benachbarten, aber doch meist ziemlich weit entfernten Betrieben. Cowboy-Romantik mit dem Pferd ist hier längst Geschichte. Selbst für Traktoren oder Pickups sind die Dimensionen australischer Farmen schlichtweg zu riesig. Da bleibt zur Kontrolle der Tausende Hektar Weideland und des bis zu 80.000 Rinder umfassenden Viehbestands nur ein schnelles und flexibles Transportmittel wie der Hubschrauber.

Beim Feierabendbier am Lagerfeuer des Camps Dorisvale Range ergibt sich vielleicht die Gelegenheit, einmal "Waltzing Matilda" auf dem adäquaten Terrain zu hören. Denn Australiens beliebtestes Volkslied erzählt vom Outback und dem Stolz der Menschen, die hier leben. "Waltzing" hat dabei nichts mit Walzer zu tun, sondern mit der Walz, auf der sich die Wanderarbeiter früher bei ihrer Suche nach einer Beschäftigung befanden. Und die "Matilda" ist der Umhängebeutel, mit dem die Tramps im 19. Jahrhundert ihre gesamte Habe mit sich trugen. Wer "Waltzing Matilda" versteht, der versteht Australien und die Australier!

Am nächsten Morgen heißt es, schon früh wieder die Land Rover Discovery Sport und den Begleittross der Discovery reisefertig zu machen. Denn auch an diesem Tag wartet eine sehr abwechslungsreiche Strecke auf die Tour-Teilnehmer. Dazu zählen etliche Kilometer, die über das unendliche Farmland mit ihrer beeindruckend schönen Landschaft führen. Neben diesen Offroad-Passagen wartet der Victoria Highway auf die Land Rover – ein Teil des National Highway 1, der auf etwa 14.500 Kilometern den gesamten australischen Kontinent umrundet und damit die längste nationale Straßenverbindung weltweit darstellt.

Rund 150 Kilometer geht es an diesem Tag im Land Rover Discovery Sport über den Victoria Highway durch die Weite Nordaustraliens. Und ein einziges Mal kommt der Tross sogar mit der Zivilisation in Kontakt: an einer "Outstation". Diese auch "Roadhouse" genannten Einrichtungen dienten früher als Stopp für reisende Farmer, heute liefern sie unterwegs die komplette Versorgung – mit Supermarkt, Bank, Post, Werkstatt, Motel, Kneipe und, ganz wichtig, einer Tankstelle.

Nach dieser letzten Zivilisationsdosis geht es dann in den Gregory-Nationalpark, den zweitgrößten Nationalpark des Northern Territory und einer der schönsten seiner Art. Hier leben seltene Tierarten wie der Emu oder die prähistorisch anmutenden Warane. Außerdem beheimatet der Gregory-Nationalpark mehrere heilige Stätten der australischen Ureinwohner, der Aborigines. Deshalb bekommt die Land Rover Experience Tour auch extra zwei Führer aus diesem seit mehr als 50.000 Jahren hier siedelnden indigenen Volk.

Über 60.000 Aborigines leben heute im Northern Territory, sie stellen damit über 30 Prozent der Gesamtbevölkerung – in keinem anderen australischen Bundesstaat haben sie einen derart hohen Anteil. Von der Kultur der Aborigines, ihrer Lebensweise, ihrer Ernährung und der traditionellen Medizin erfahren die Gäste aus Deutschland sicher eine Menge bei einem Gespräch mit Larry, einem Vertreter der aus zahllosen Stämmen und Clans bestehenden Ureinwohner, deren Vorfahren einst wahrscheinlich auf dem weiten Landweg von Afrika bis nach "Down Under" kamen.

Die Eindrücke über die Aborigines können am nächsten Tag noch vertieft werden. Denn jetzt geht es heraus aus dem Gregory-Nationalpark und quer durch einen Fluss – für einen Land Rover Discovery Sport mit Allradantrieb und einer maximalen Wattiefe von 600 Millimetern natürlich kein Problem. Die kommenden 20 Kilometer sind dann jedoch wieder heiliges Land der Aborigines. Und das bedeutet: Nicht aussteigen, nichts berühren, ja noch nicht einmal einen Ast abknicken. Große Tafeln weisen auf die obligatorischen Verhaltensregeln hin – für die Land Rover Experience Tour zählt ein größtmöglicher Respekt vor dem Gastland und seinen Traditionen ohnehin zur Philosophie.

Grundsätzlich aber ist dieser Tour-Tag ein echter Land Rover-Tag. Der gesamte Abschnitt führt abseits der Straßen durch abwechslungsreiches Gelände, Schotterpisten machen ebenso Spaß wie knapp bemessene Brücken, über die die modernen SUV gerade so drüberpassen. Eine gigantische Farm mit 250.000 Hektar Fläche und 28.000 Rindern heißt die Abenteuerreisenden willkommen – moderne, aber doch auch noch sehr klassische Cowboys und der Ranger leisten dem Camp am Mount Sandford unterhaltsame Gesellschaft.

Gut gestärkt geht es dann auf die Schlussrunde der 2. Etappe herunter nach Kalkarindji. Über feinste Offroad-Pisten wird schließlich der Victoria River erreicht, mit 780 Kilometern etwa so lang wie Weser oder Seine. Allerdings sind die Ufer der europäischen Flüsse deutlich belebter als die des Victoria River: In Kalkarindji leben gerade einmal gut 500 Menschen – und die nächsten Nachbarn sind Hunderte Kilometer weit weg.

Dafür ist die Gegend ein Schauplatz australischer Geschichte. In den 1960er Jahren hieß der Ort noch Wave Hill und machte 1966 mit dem "Wave Hill Walk-Off" von sich reden: Rund 200 Viehhirten, Hausangestellte und ihre Familien verließen die Wave-Hill-Rinderfarm aus Protest gegen die dortigen schlechten Lebens- und Arbeitsbedingungen. Erst 8 Jahre später beendeten sie ihren Streik, der zwischenzeitlich landesweit Bedeutung gewonnen hatte.

Nicht erst im "Wave Hill Walk-Off" trat ein fundamentaler Konflikt zwischen Aborigines und den Einwanderern der jüngeren Vergangenheit zutage. Aus Sicht der Siedler galt der australische Kontinent als unbesiedeltes bzw. unkultiviertes Territorium. Während sich die Aborigines als integraler Bestandteil der Natur verstehen und weder materiellen Gütern noch dem Besitz von Land einen hohen Stellenwert einräumen, sahen die weißen Siedler dies grundsätzlich anders. Einfach gesagt: Die Siedler brauchten Landbesitz, um existieren zu können – die australischen Ureinwohner verstanden sich als Teil dieses Landes.

Nach langen Verhandlungen gelang in jüngerer Vergangenheit ein Kompromiss. Er gipfelt in der Gründung zahlreicher Homelands für die Aborigines-Gemeinschaften – im Northern Territory gibt es allein rund 500 dieser Gebiete, die zum großen Teil für Fremde komplett gesperrt sind. Der "Independence Square" von 1985 symbolisiert den Akt, mit dem die australische Erde an die Aborigines zurückgegeben wurde.

Mag Kalkarindji auch noch so überschaubar sein, die Verkehrsverbindungen sind beinahe großstädtisch. Zum einen kreuzt hier der nach Westaustralien führende Buntine Highway den Victoria River, zum anderen besitzt die Ansiedlung einen der rund 400 in Australien vorhandenen Flugplätze. Aber noch bleibt der Land Rover Discovery Sport das bevorzugte Transportmittel der Abenteurer aus Deutschland, denn die dritte Etappe und das große Ziel warten: der Ayers Rock.


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