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Thema: Info & News


Mercedes-Benz Fahrsimulationszentrum im Einsatz

Mit DYNAMIC SELECT lässt sich die Fahrzeugcharakteristik der neuen Generation der A-Klasse auf Knopfdruck in Sekundenschnelle verändern. Besonders viele Einstellmöglichkeiten erlaubt DYNAMIC SELECT in Kombination mit dem neuen Fahrwerk mit adaptiver Verstelldämpfung.

An der Varianz der Dämpfungscharakteristik haben die Fahrwerks-Experten von Mercedes-Benz bereits getüftelt, als es noch keine fahrbereiten Prototypen gab: Im so genannten Ride-Simulator im Sindelfinger Entwicklungszentrum ließen sich bereits in einer frühen Entwicklungsphase virtuelle Testfahrten mit dem neuen Fahrwerk absolvieren.

Für diese frühen Fahrwerkstests haben die Ingenieure den so genannten Ride-Simulator im Sindelfinger Entwicklungszentrum mit den Daten der Oberflächen realer Teststrecken sowie den entsprechenden Fahrwerksdaten der adaptiven Verstelldämpfung der A-Klasse gefüttert. Auf den beiden Sitzen im Prüfstand waren so bereits in einer frühen Entwicklungsphase virtuelle Testfahrten mit dem neuen Fahrwerk möglich.

Grundsätzlich kommen bei Mercedes-Benz in der Entwicklung und Erprobung neuer Fahrzeuge zahlreiche Simulatoren zum Einsatz. Mithilfe von Hochleistungs­computern erstellte "digitale Prototypen" eines Fahrzeugs ermöglichen es, ein neues Modell sehr früh ganzheitlich in vielen Fahrsituationen zu testen, bevor das Fahrzeug real existiert. Die wirklichen Prototypen erreichen so schneller einen höheren Reifegrad, sodass sie noch intensiver im Detail getestet werden können.

Bestmögliche Entwicklungsergebnisse resultieren somit aus der intelligenten Verbindung von modernsten Simulationsmethoden sowie intensivster Praxis-Erprobung über viele Millionen Kilometer, die auch weiterhin unverzichtbarer Bestandteil der Entwicklung bleibt. Simulation und Simulatoren sind daher kein Ersatz für reale Tests, sondern eine Ergänzung.

Als Sicherheitspionier hat Mercedes-Benz eine Vorreiterrolle bei Simulatoren. Bereits vor 30 Jahren, am 10. Mai 1985, wurde im Daimler-Benz Forschungszentrum in Berlin-Marienfelde der erste, selbst entwickelte Fahrsimulator eingeweiht. Das Bewegungssystem war damals einzigartig in der Automobilindustrie. Und auch aktuell zählt Mercedes-Benz bei den Simulatoren zu den Schrittmachern: Ende 2010 hat Mercedes-Benz den weltweit modernsten "Moving-Base"-Fahrsimulator in Sindelfingen eröffnet. Mit seiner 360°-Leinwand, dem schnellen elektrischen Antrieb sowie der 12 m langen Schiene für Bewegungen in Quer- oder Längsrichtung ist er der leistungsfähigste Bewegt-Simulator in der Automobilindustrie. Durch den Fahrsimulator lassen sich hochdynamische Fahrmanöver wie Spurwechsel realistisch nachbilden und so das Verhalten von Fahrer und Fahrzeug im Straßenverkehr intensiv erforschen.

Daneben kommen in der Entwicklung und Erprobung neuer Fahrzeuge zahlreiche weitere Simulatoren zum Einsatz. Mit einem Ride-Simulator können die Fahrten von digitalen Prototypen zum Beispiel über unebene Straßen subjektiv bewertet werden. Die Mercedes Fachleute füttern den Simulator dafür mit den Daten der Oberflächen realer Teststrecken sowie den notwendigen Fahrwerks- und Funktionsdaten von Fahrzeugmodellen. Fahrer und Beifahrer können auf den beiden Sitzen des Prüfstands Platz nehmen und so rein digital, aber dennoch wirklichkeitsgetreu Testfahrten absolvieren. Denn die Fahrzeugsitze, die auf einem Hexapod mit elektrischen Stellern montiert sind, bewegen sich so wie von den digitalen Prototypen vorgegeben.

Fixed-base-Simulatoren verzichten auf ein hydraulisch oder elektrisch angetriebenes Bewegungssystem, die Fahrzeugkabine steht fest auf dem Boden. Dank Ein- oder Mehrkanalprojektion und der Sound-Systeme zur Darstellung des Fahrgeräusches wirkt die Verkehrsszenerie dennoch so realitätsnah, dass der Fahrer in die virtuelle Welt eintaucht und sich verhält wie im realen Straßenverkehr. Hier werden die Fahrassistenzsysteme in verschiedenen Verkehrssituationen erprobt. Außerdem findet hier auch die Soundentwicklung des Innengeräusches mit gemessenen und synthetischen Geräuschen und mit Hilfe von Expertengruppen sowie Kundenstudien statt.

Einen realitätsnahen Eindruck von Aktiven Sicherheitssystemen, die sich bereits in Serienfahrzeugen befinden, vermittelt schließlich der Simulator Assistenzsysteme auf Basis einer S-Klasse. Zu einem beeindruckenden Erlebnis der Aktiven Sicherheit wird die virtuelle Probefahrt, wenn die Insassen des Simulators auf Knopfdruck in unterschiedlichen Szenarien die aktuellen Assistenzsysteme interaktiv, schnell und einfach erleben.

Ein wesentlicher Vorteil des Fahrsimulationszentrums besteht darin, dass dort alle Simulatoren unter einem Dach versammelt sind. Das ermöglicht einen sehr kosten- und zeiteffizienten Einsatz für den jeweils spezifischen Zweck. Ebenfalls einzigartig in der automobilen Welt ist die enge räumliche Verzahnung des Fahrsimulations­zentrums mit den anderen Forschungs- und Entwicklungsbereichen in Sindelfingen, zu denen auch die 2011 eingeweihten zwei Klima-Windkanäle zählen. Sie verlegen extreme Wetterverhältnisse nach drinnen. Temperaturen von minus 40 bis plus 60 Grad Celsius, Orkane mit Windgeschwindigkeiten bis 265 km/h, tropische Regengüsse und heftige Schneestürme gehören dort zum ständig verfügbaren Repertoire der Versuchsingenieure. Wenn nötig, können sie sogar eine erbarmungslos scheinende Sonne wirklichkeitsgetreu simulieren. Die neuen Klima-Windkanäle erlauben es den Ingenieuren, neu entwickelte Fahrzeuge oder Komponenten bereits frühzeitig für alle Wetterbedingungen zu optimieren. Zur anschließenden realen Erprobung auf Straßen in arktischer Kälte und glühender Wüstenhitze starten deshalb künftig nur noch Prototypen, die längst unter widrigsten Klimaeinflüssen einen großen Reifegrad bewiesen haben.


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