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Thema: Messen


Nissan auf der IAA-Nutzfahrzeuge 2006

Die Weltpremiere des neuen Nissan Cabstar ist Höhepunkt der Nissan-Aktivitäten auf der "61. IAA Nutzfahrzeuge Hannover" (21. - 28. September). Weiterhin zeigt das Unternehmen auf seinem Stand eine Cabstar-Konzeptstudie mit Hybridantrieb, neue und besonders leistungsstarke Diesel-Motoren für den Atleon sowie die aktualisierten Ausgaben der Baureihen Primastar und Interstar.

Als Teil des bis 2008 reichenden Vierjahresplanes hat sich Nissan für die globale Nutzfahrzeugsparte ehrgeizige Ziele gesetzt: Zum einen soll der operative Gewinn im Geschäftsjahr 2007 auf acht Prozent steigen, was im Vergleich zu 2004 eine glatte Verdoppelung wäre. Zum anderen soll im gleichen Zeitraum der weltweite Absatz leichter Nutzfahrzeuge auf 434.000 Einheiten (+40 Prozent) wachsen.

Cabstar: Neues Design und neue Plattform für den Frontlenker

Der neue Cabstar ist das erste Produkt auf einer in Zukunft von Nissan weltweit eingesetzten neuen Plattform mit Leiterrahmen-Chassis für leichte bis mittelschwere Transporter. Trotz neuer Bodengruppe setzt auch dieses Modell auf das vom Vorgänger bekannte Frontlenker-Prinzip. Bei diesem "Cab-Over-Design" (COD) ist die Fahrerkabine über der Vorderachse und dem Motor platziert, was eine optimale Laderaumausnutzung ermöglicht.

Der gemeinsam von Nissan-Ingenieuren in Europa und Japan als globales Produkt entwickelte Cabstar wartet innerhalb seines Segments mit der höchsten Nutzlast und der längsten Ladefläche auf. Er kombiniert diese Tugenden mit kompakten Abmessungen (die Gesamtlänge schrumpfte um nochmals 41 Millimeter) und einer beeindruckenden Wendigkeit.

Augenfälligste Änderung am neuen Cabstar ist das komplett neu gestylte Fahrerhaus. Es ist erneut als klappbare Einzel- sowie fest als fest montierte Doppelkabine erhältlich und fällt dank 80 Millimeter mehr an Höhe, 100 Millimeter mehr an Länge und 70 Millimeter mehr an Breite nochmals deutlich geräumiger aus als beim Vorgängertyp.

Bei den Motoren haben Kunden die Wahl zwischen drei Common-Rail-Turbodiesel-Motoren: Der 2,5 Liter große YD25-Motor kommt in zwei Leistungsstufen: Mit 81 kW/ 110 PS sowie (mit Ladeluftkühlung) 96 kW/ 130 PS. Das maximale Drehmoment beträgt 250 beziehungsweise 270 Nm. Das bullige 3,0-Liter-Triebwerk (ZD30) – bestens bekannt auch aus dem Nissan Patrol – bringt es mit Hilfe einer variablen Turboladergeometrie und Ladeluftkühlung auf 110 kW/ 150 PS. Dank 350 Nm Drehmoment nimmt es ein solcherart motorisierter Cabstar auch mit schweren Lasten und Steigungen auf. Alle Motoren erfüllen die Euro-4-Abgasnorm.

Zusammen mit den bereits bekannten Cabstar-Stärken – günstige Unterhaltskosten, guter Rundum-Komfort, leichte Bedienbarkeit, effizient nutzbare Ladefläche und leistungsstarke Motoren – wird der Nachfolger des 1998 eingeführten Lastenträgers so zu einem noch attraktiveren Angebot in der 2,8- bis 4,5-Tonnen-Klasse.

Cabstar-Studie: Hybridantrieb von ZF

Als Co-Produktion mit ZF zeigt Nissan auf der IAA anhand einer Cabstar-Studie die Möglichkeiten des Hybridantriebs im Nutzfahrzeugbereich. Das Briefing an den deutschen Antriebsstrangspezialisten sah vor, den Verbrauch sowie die Emissionen und Unterhaltskosten zu senken, ohne dadurch Abstriche bei Leistung, Komfort und Nutzlast machen zu müssen. ZF entschied sich für einen parallelen Hybridantrieb, bei dem ein leistungsstarker Elektromotor (gespeist durch Lithium-Ionen-Batterien) den 3,0-Liter-Turbodiesel aus dem Serien-Cabstar bei Bedarf tatkräftig unterstützt. Die Entwickler rechnen mit bis zu 30 Prozent niedrigeren Treibstoffkosten und – vor allem im City-Betrieb – deutlich reduzierten Abgasmengen.

Atleon: Make-up und bis zu 970 Nm Drehmoment

Auch der Nissan Atleon erhielt für das Modelljahr 2007 einen frischen Look, dazu neue Ausstattungsfeatures und – was am wichtigsten ist – eine neu gegliederte Motorenpalette. Mit zulässigen Gesamtgewichten von 3,5 bis 15 Tonnen ist der mittelschwere Lkw für die unterschiedlichsten Transportaufgaben gewappnet.

Als neue Einstiegsmotorisierung dient der im Cabstar als Top-Triebwerk fungierende ZD30-Turbodiesel. Der Vierzylinder leistet auch hier 110 kW/ 150 PS und mobilisiert zwischen 1.600 und 3.000 Umdrehungen konstant 350 Nm an Drehmoment.

In den für besonders harte Arbeiten qualifizierten Atleon-Varianten vertraut Nissan den vielfach preisgekrönten Selbstzündern der ISBe-Baureihe von Cummins. Sie spenden dem Atleon deutlich mehr Durchzugskraft sowie geringere Verbräuche, längere Serviceintervalle und eine noch höhere Langzeithaltbarkeit. Alles zusammen mündet in niedrigere Betriebs- und Unterhaltskosten.

Für den Einsatz im Atleon wählte Nissan vier Produkte der renommierten Motorenschmiede: Neben zwei Vierzylindern mit 103 kW/ 140 PS und 136 kW/ 185 PS (500 und 700 Nm) sind dies Reihensechszylinder mit 162 kW/ 221 PS und 183 kW/ 250 PS sowie imposanten Drehmomentspitzen von 850 und 970 Nm.

Das Exterieur nimmt Anleihen am Design des neuen Cabstar und umfasst einen breit gezogenen schwarzen Grill sowie neue vordere Eckspoiler unterhalb der Blinker, die der Front ein technischeres Aussehen verleihen. Im Interieur sind vor allem die neuen Sitzbezüge und ein geändertes Kombi-Instrument zu nennen.

Primastar: Diesel-Trio mit noch mehr Durchzug

Die Primastar-Reihe wird zwar unverändert von einem Diesel-Trio (Common Rail) und einem Benziner angetrieben – jedoch präsentieren sich die von Allianzpartner Renault entwickelten Triebwerke in deutlich leistungsgesteigerter Verfassung. Jüngster Diesel-Motor ist der 2,0 dCi, den Nissan in zwei Konfigurationen mit 66 kW/ 90 PS und 84 kW/ 115 PS offeriert. Analog zu den höheren Nennleistungen wächst das maximale Drehmoment von 240 auf bis zu 290 Nm an.

Der dritte Selbstzünder (2.5 dCi) legt von bislang 135 auf nunmehr 150 PS (107 kW) zu. Sein maximales Drehmoment stieg nochmals leicht von 310 auf 320 Nm bei 1.500 statt zuvor 1.750/min an. Dieser Motor wird ab Werk mit einem Diesel-Partikelfilter ausgerüstet. Unverändert weitergebaut wird der 16V-Benziner. Das auch aus vielen Renault-Pkw bekannte Aggregat holt aus 2,0 Litern Hubraum wie gehabt 88 kW/ 120 PS und schickt bis zu 190 Nm Drehmoment an die Vorderräder.

Alle Motoren sind an ein neues Sechsgang-Schaltgetriebe gekoppelt. Optional steht für den 150 PS starken Primastar Diesel auch eine automatisierte Version zur Wahl – hier kann der Fahrer auf Wunsch in einem semi-automatischen Modus aktiv ins Schaltgeschehen eingreifen.

Im Primastar-Innenraum fallen der neue Armaturenträger samt geänderter Instrumente sowie neue Farbakzente zur stärkeren Differenzierung der einzelnen Modelle ins Auge. So besitzt zum Beispiel die achtsitzige Bus-Variante ein deutlich an Pkw-Standards orientiertes Ambiente: Hochwertigere Oberflächen und Stoffe, dickere Teppiche sowie Chrom-überzogene Einlagen und Schalter machen es möglich.

Zu den ebenfalls eher aus Personenwagen bekannten Komfortoptionen zählen die geschwindigkeitsabhängig und per Regensensor gesteuerten Scheibenwischer, eine "one touch"-Funktion für die elektrischen Fensterheber sowie Automatik- und "Follow me home"-Programme für die Scheinwerfer.

Interstar: 2,5-Liter-dCi in drei Leistungsstufen

Der Nissan Interstar setzt motorenseitig voll auf den 2,5 Liter großen dCi-Motor von Renault. Um ein möglichst breites Einsatzspektrum bei zugleich niedrigen Kosten abzudecken, gibt es den anerkannten Lademeister mit nunmehr drei statt zuvor zwei Leistungs-Optionen. Während die Grundmotorisierung bei 73 kW/ 100 PS und 260 Nm bleibt, legt die neue 88 kW/ 120 PS-Variante das Maß der Dringe beim Drehmoment auf jetzt 300 Nm. Die neue Spitzenmotorisierung glänzt mit potenten 110 kW/ 150 PS (gegenüber 100 kW/ 136 PS) bei identischen 320 Nm.

Ein Diesel-Partikelfilter ist im 120-PS-Interstar optional, in Kombination mit dem 150-PS-Triebwerk serienmäßig installiert. Alle Primastar- und Interstar-Motoren erfüllen selbstverständlich ebenfalls die Abgasnormen nach Euro 4.


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