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Wirtschaft Volkswagen erschließt für sich Markt im Iran mit VW Gol 1,8l

geschrieben am 05.07.2004, 09:03 Uhr
Wirtschaft & Handel
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Volkswagen erschließt für sich Markt im Iran mit VW Gol 1,8l


Volkswagen Gol 1,8lDer Wolfsburger Autohersteller Volkswagen erschließt für sich den Markt im Iran. Bis Ende des Jahres wird in der Sonderwirtschaftszone Arg-e-Jadid nahe der Stadt Bam eine Fertigung entstehen, in der jährlich mehr als 20.000 Fahrzeuge montiert werden sollen. Einen entsprechenden Lizenzvertrag unterschrieben am Freitag Dr. Folker Weißgerber, Vorstandsmitglied der Volkswagen AG, und Detlef Wittig, Vorstand Vertrieb der Marke Volkswagen, sowie Repräsentanten der Kerman Automotive Industries Co.

Volkswagen wird sich zunächst mit dem Gol 1,8l in der viertürigen Version (Comfortline) im iranischen Markt engagieren. Die CKD-Bausätze (completly-knocked-down) werden von Brasilien aus in den Iran geliefert und dort montiert. Bei erfolgreichem Geschäft ist in einigen Jahren eine Lokalisierung der Produktion denkbar. Abhängig von der weiteren Entwicklung des Automobilmarktes in den nächsten Jahren ist auch eine Ausweitung auf weitere Modelle der Marke Volkswagen möglich.

Volkswagen Gol 1,8lDie Fahrzeuge werden von der BAMCO, einer Tochtergesellschaft der Kerman Automotive Industries Co., montiert. Sie werden dann über ein exklusives Händlernetz der Modiran Pars Co. - ebenfalls eine Kerman-Tochter - landesweit vertrieben. Zunächst stehen so mehr als 70 Händler vor allem in den Ballungszentren des Iran zur Vermarktung des Gol zur Verfügung.

Dr. Weißgerber betonte in Arg-e-Jadid, der weltweit einheitliche Qualitätsstandard von Volkswagen entlang der Prozess-Kette werde auch im Iran sicherstellen, dass die dort montierten Gol "Fahrzeuge made by Volkswagen" seien. Wie in allen anderen Märkten der Welt sei es Ziel der Volkswagen AG, die Wünsche der Kunden zufrieden zu stellen.

Wittig sagte bei der Vertragsunterzeichnung, der Iran habe in den strategischen Überlegungen des Konzerns schon seit geraumer Zeit eine wichtige Rolle gespielt. "Wir freuen uns, dass wir mit Kerman einen starken Partner gefunden haben, mit dem wir das Geschäft in diesem stark wachsenden Markt aufbauen können." Volkswagen habe in der Vergangenheit intensiv nach einem Partner für die Fertigung im Iran gesucht. Entscheidend sei schließlich gewesen, dass Kerman und BAMCO als privatwirtschaftlich orientierte Unternehmen mit klarer marktwirtschaftlicher Ausrichtung am besten zu Volkswagen passen. Zudem werden beide Unternehmen den hohen Qualitätsanforderungen von Volkswagen gerecht.

Mit dem Gol ist Volkswagen schon auf zahlreichen anderen Märkten der Welt erfolgreich, etwa in Argentinien, China, Südafrika und Osteuropa. In Mexiko war das Fahrzeug im Januar 2004 das meistverkaufte Auto in seinem Segment.

Der iranische Automarkt birgt nach Einschätzung von Volkswagen großes Wachstumspotenzial. Die Automobilindustrie wuchs in den vergangenen Jahren deutlich stärker als die Gesamtwirtschaft. Zwischen 1999 und 2003 nahm der iranische Automarkt um 147 Prozent zu.

Zurzeit besteht eine große Nachfrage nach Automobilen im Iran. Schätzungen gehen von einem aktuellen Bedarf von rund einer Million Fahrzeugen aus, der zurzeit auf Grund fehlender Kapazitäten in dem geschlossenen Automarkt nicht gedeckt werden kann. Hinzu kommt, dass mehr als die Hälfte des Fahrzeugbestandes im Iran älter als 25 Jahre ist. Mit 55 Autos auf 1000 Einwohner ist die Fahrzeugdichte verhältnismäßig gering.

Der Volkswagen-Konzern

Der Volkswagen-Konzern mit Sitz in Wolfsburg gehört zu den führenden Autoherstellern der Welt und ist Marktführer in Westeuropa. Weltweit beschäftigt der Konzern mehr als 336.000 Menschen. Die acht zum Konzern gehörenden Marken lieferten 2003 in mehr als 150 Ländern der Welt 5,015 Millionen (2002: 4,983 Mio.) Fahrzeuge aus. Der Konzern erzielte 2003 einen Umsatz von 87,15 Milliarden Euro (2002: 86,95 Mrd. Euro). Das Ergebnis vor Steuern betrug 1,53 Milliarden Euro (2002: 3,99 Mrd. Euro), das Ergebnis nach Steuern 1,12 Milliarden Euro (2002: 2,60 Mrd. Euro). In elf Ländern Europas und in weiteren sieben Ländern Amerikas, Asiens und Afrikas betreibt das Unternehmen 45 Fertigungsstätten. Die Beschäftigten produzieren an jedem Arbeitstag rund um den Globus mehr als 21.500 Fahrzeuge. Zum Volkswagen-Konzern gehören die Marken Volkswagen-Pkw, Audi, SEAT, ¦koda, Nutzfahrzeuge, Bentley, Bugatti und Lamborghini sowie unter anderem der IT-Dienstleister gedas, die Volkswagen Financial Services und Europcar.

Die BAMCO wurde 1994 in der Sonderwirtschaftszone Arg-e-Jadid bei Bam gegründet und beschäftigt zurzeit rund 800 Mitarbeiter. Die CKD-Fertigung des Gol wird bis Ende des Jahres aufgenommen und erfüllt alle Qualitätsanforderungen von Volkswagen.







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